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Z.B. mit der Regionalbahn bis Siegen HBF und mit dem Bus R16 bis Netphen. Von dort sind es ca. 2 km in das Gebiet.

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Auenwald bei Netphen

Lebensräume Feuchtgrünland, Buchenwald, Auenwald
Pflanzenarten Lerchensporn, Bärlauch, Gelbes Buschwindröschen, Schlüsselblume, Mittleres Hexenkraut, Faden-Binse, Schlank-Segge, Erdbeer-Fingerkraut, Große Sternmiere
Tierarten Groppe, Waldschnepfe, Wasserfledermaus, Graureiher, Rotmilan, Schwarzmilan, Bachneunauge, Ringelnatter
Urwüchsiger Auenwald Urwüchsiger Auenwald © Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein

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Ursprünglich waren die Talbereiche der Flüsse von Auenwälder bedeckt. Doch durch die Anlage von Siedlungen und landwirtschaftlichen Nutzflächen sowie Gewässerbegradigung und -ausbau fielen die meisten Auwälder der Säge zum Opfer. Der Auenwald bei Netphen gehört heute zu den seltensten Biotoptypen hierzulande und wurde deshalb auch als Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)Gebiet ausgewiesen. Besonders wertvoll macht ihn das Vorhandensein der typischen Zonierung in Hart- und Weichholzaue.

So findet sich in den seltener überfluteten Bereichen Eichen-Hainbuchenwald mit zum Teil 200jährigen Eichen, in den ehemaligen Hochflutrinnen und in stärker überfluteten Bereichen wächst vor allem der typische Schwarzerlen-Eschenwald der Weichholzaue. Der Strukturreichtum des Waldes mit seinem hohen Totholzanteil und unterschiedlich alten Bäumen bietet zahlreichen auetypischen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Im Frühjahr sorgen Lerchensporn, Bärlauch, Gelbes Buschwindröschen und Schlüsselblumen für bunte Farbtupfer, später im Jahr lassen sich Waldarten wie Straußfarn, Hopfen, Goldnessel und Schattenblümchen beobachten. Das Drüsige Springkraut, ein pflanzlicher Neubürger, der sich häufig in Auenbereichen unerwünscht ausbreitet, findet sich leider auch hier. Auf den im Ostteil des Gebietes an den Auwald angrenzenden nassen Wiesen wachsen Sumpfdotterblumen, Mädesüß oder auch Schlangenknöterich. Kleine Brachen, Gräben und Gehölze gliedern die Randbereiche dieser interessanten Landschaft.

Der wertvolle Auenwald bei Netphen soll erhalten bleiben und sich natürlich entwickeln, deshalb wird auf die Bewirtschaftung von feuchten und nassen Bereichen völlig verzichtet. Besonders die stehenden Totholzbestände im Stieleichen-Schwarzerlen-Bestand im Norden des Gebietes hinterlassen einen sehr naturnahen Eindruck. Dieser Teil des Waldes ist jedoch nicht durch Wege erschlossen und bietet einigen Amphibien Schutz. Die Biologische Station Siegen-Wittgenstein bietet aber auch immer wieder Führungen in die zugänglichen Bereiche dieses für das Siegerland so bedeutenden Schutzgebietes an.

Kontakt

Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein
Vormwalder Straße 9
57271 Hilchenbach
02733-89440
Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein

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Gebiete in der Nähe

Blick über das Gebiet © Ursula Siebel

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Das Schutzgebiet wird geprägt durch extensiv genutztes Grünland in verschiedenster Ausprägung. Großflächige Borstgrasrasen, Bergmähwiesen und auch Glatthaferwiesen sind die zu schützenden FFH-Lebensräume. Bachläufe und ihre Quellbereiche, kleine Gebüsche und Hecken sowie Einzelbäume gliedern die Landschaft. Die Arten Dunkler Ameisenbläuling, Neuntöter, Raubwürger, Braunkehlchen und Wiesenpieper kommen hier vor. Herausragend sind die großen Orchideenvorkommen.

Ruine Ginsburg © Ursula Siebel

Ausgedehntes Waldgebiet mit weit verzweigtem, naturnahem Fließgewässersystem und meist extensiv genutzten Wiesentälern. [...]

Ausgedehntes Waldgebiet mit weit verzweigtem, naturnahem Fließgewässersystem und meist extensiv genutzten Wiesentälern. Kulturhistorisch interessant (z.B. Ginsberger Heide mit Ginsburg, Eisenstraße, Heiligenborn, Wasserschloß Hainchen).

Herbstzeitlose im September © Michael Gertz

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Das Schutzgebiet zeichnet sich durch die Verzahnung verschiedenartiger, wertvoller Lebensräume mit hoher standörtlicher Vielfalt aus, insbesondere: naturnahe, dynamische Bachabschnitte mit sich verlagernden Mäandern, Sand- und Kiesbänken sowie Steilufern; großflächige, strukturreiche, zum Teil brachgefallene Nass- und Feuchtwiesen; Riede, Röhrichte und Kleingewässer in der Talsohle; sowie Borstgrasrasen und magere Mähwiesen und -weiden an den Talhängen.

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Das Schutzgebiet ist Bestandteil des Nationalen Naturerbes (NNE). Die Sicherung erhält regional und überregional bedeutsame Biotope seltener und gefährdeter sowie landschaftsraumtypische Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet, ein ehemaliger Truppenübungsplatz, zeichnet sich durch ein Mosaik von nahezu gehölzfreiem, artenreichem Magergrünland, Borstgrasrasen und mageren Glatthaferwiesen sowie Vorwäldern aus.

Blick ueber das Haldengelaende im unteren, westlichen Teil © Biologische Station Siegen-Wittgenstein

Durch jahrhundertelangen Erzabbau haben sich viele unterschiedlichste Standorte herausgebildet. Von trockenen, [...]

Durch jahrhundertelangen Erzabbau haben sich viele unterschiedlichste Standorte herausgebildet. Von trockenen, weitgehend unbewachsenen Halden, über trockene Heiden, Magerrasen, Nass- und Feuchtgrünland, Wälder bis hin zu Fließ- und Stillgewässern reicht die Biotop-Palette, die ein kleinräumiges Mosaik bildet. Auf auch heute noch erzhaltigen Flächen hat sich eine sogenannte Galmeiflora angesiedelt. Dies sind besondere Pflanzen, die hohe Metallkonzentrationen im Boden verkraften.